CD-Besprechung wieder mit Höchstnoten in allen Kategorien

Today...Organ Works

Künstlerische Qualität:
bewertung10
Klangqualität:
bewertung10
Gesamteindruck:
bewertung10
Klassik Heute
Empfehlung von Stefan Pieper, 20.03.15

"Der Titel „Today“, den die Organistin Iris Rieg für ihre neue CD gewählt hat, könnte nicht treffender sein – zumal die .. Konzertorganistin und Kirchenmusikerin hier auch als phantasievolle Komponistin in Erscheinung tritt. Denn sie favorisiert das „heute“ auf dem allergrößten Instrument, in diesem Fall auf der Rieger-Orgel in der Kölner Sankt-Agnes Kirche. Schier grenzenlos muten hier die klanglichen Ausgestaltungsmöglichkeiten an und die lang nachhallende Kirchenakustik gibt dem vielfältigen Klangkosmos allen Raum, den dieser für ein packendes, ja überwältigendes Hörerlebnis braucht. Aber: Man muss sich hinein hören. Brillanz und Obertonreichtum sind auf dieser audiophilen Einspielung puristisch dosiert. Das nimmt dem Klangbild alles künstlich-aufdringliche, um dafür den Weg in die Tiefen der Musik um so nachhaltiger frei zu machen. Erfahrbar wird also die ganze physische Haptik von extrem tiefen bis himmelhoch hellen, von bedrängend nahen und mystisch fernen Klängen, welche Iris Rieg vom Spieltisch aus entfesselt.. Plausibel für die wuchtige Klang-Pracht einer großen Orgel sind die spanischen Tänze, die rhythmisch wirbelnden Figuren, die leuchtenden melodischen Themen allemal. Zumindest, wenn jemand wie Iris Rieg weiß, die statischen Orgelklänge so beweglich wie möglich und mit Sforzati und dynamischem Schwung voran zu treiben.
Dies macht den Hörer wach genug für Iris Riegs eigene Tonkunst: Heraus kam eine leichtfüßige, tänzerische Studie, genährt aus dem unverbrauchten Tonvorrat von Chromatik und cineastisch-atmosphärischen Mollharmonieen.
Ludger Vollmer ist ein zeitgenössischer Opernkomponist, der mit seinen Adaptionen von gesellschaftskritischen Filmen wie „Gegen die Wand“ oder „Lola rennt“ von sich reden machte. Iris Rieg setzt auf der Kölner Orgel dessen dramatisch-aufwühlende Toccata in Szene. Auch das bietet großes, imaginäres Hör-Kino. Auf mächtigen Bassfundamenten türmen sich gleißende Motive auf. Dynamische Effekte und Hallwirkungen werden ausgereizt. Filigrane Parts nähren dieses aufwühlende, meist in tonaler Sprache gehaltene Wechselspiel zusätzlich.
Dann ist endlich Zeit fürs meditative Verweilen. Gaston Litaize repräsentiert die französische Schule des 20. Jahrhunderts. Ätherische, subtile Klangfarben schimmern und funkeln subtil. Liedhaft und im „atmenden Legato“ (Iris Rieg im Booklet) fließt die Melodie in getragenem Gestus durch abgeklärte, weite Räume hindurch. Die Intervalle erzeugen mystisch-fahle Stimmungen – eine Reise ins Innere, Abgeklärte.
So weltlich Iris Rieg diese CD beginnen lässt, so spirituell führt sie das auf dieser CD verewigte, faszinierend intensive Recital ins würdige Finale. Olivier Latrys Salve Regina meditiert und paraphrasiert über einen gregorianischen Choral. Dieser modale Tonvorrat öffnet die Tore weit für improvisatorisch anmutende Parts, aber auch introvertierte Reflexion. Das geht manchmal bis hin zu minimalistischen Texturen, aus denen wieder neue, brausende und treibende Tutti-Parts erwachsen. Das alles wirkt in Iris Riegs Orgelspiel immer plausibel, tiefempfunden und mit mutiger klanglicher Fantasie gesättigt. Und ist dabei nie einfach nur vordergründig- effekthascherisch."





CD-Besprechung

Today...Organ Works

von Friedrich Storfinger, Musica Sacra 6/2015, S. 388

"Das ausgefallene Programm macht neugierig.. Die Rieger-Orgel (der St. Agnes-Kirche in Köln).. hinterlässt hier einen guten Eindruck.
Die Aufnahmetechnik übermittelt einen warmen, runden Orgelklang. Das fulminante Spiel der Organistin ist einfach perfekt."





CD-Besprechung

Today...Organ Works

von G. Duvenbeck, Bonner Musikkalender 03/2015

".. Die in Köln wirkende Iris Rieg, die inzwischen.. international höchst erfolgreich ist und die jetzt eine CD an der großen Rieger-Orgel von St. Agnes.. eingespielt hat, die in mancher Hinsicht einzigartig genannt werden darf. Zum einen dank der Tatsache, dass es hier erstmals gelungen ist, den herrlichen Klang dieses Instruments, das ob seiner Aufstellung im Raum als höchst problematisch für Aufnahmen gilt, überzeugend und sehr präsent einzufangen, zum anderen aber auch, weil sie anhand einer wahrlich ungewöhnlichen Werkauswahl genau jenen Zwiespalt aufzeigt, der vorhin angedeutet wurde: Sie beginnt mit einer Fantasie über bekannte Themen aus der Oper "Carmen", verfasst von Edwin Lemare, der noch Zeitgenosse des Komponisten Bizet war und sich im Stil der damals herrschenden romantischen Tradition zu Hause fühlte. Danach aber hält sich die Organistin recht streng an den selbst gewählten Titel "Today..." ihrer Platte mit einem eigenen Stück sowie Kompositionen von Ludger Vollmer, Gaston Litaize und Olivier Latry, dessen umfangreiches "Salve Regina" von beinahe halbstündiger Dauer das bedeutendste Werk dieser Aufnahme darstellt und damit zugleich den größten Kontrast zu den einleitenden Opern-Paraphrasen bietet. Doch Iris Rieg gelingt es mit ihrem ebenso virtuosen wie phantasievollen Vortrag, die enorme Spannweite vom Populären bis zum Meditativen ohne Bruch durchzuhalten: Jeder Moment ihres Spiels ist erfüllt und voller lebendiger Überzeugungskraft. So erlebt man diese Orgelstunde wie eine einzige "Komposition" aus durchaus verschiedenen, aber gleichwohl zueinander passenden Teilen. Wertvoll ist auch der durchaus persönlich gehaltene Text im Beiheft, den die Künstlerin selbst verfasst hat, und dass die Disposition der Orgel vollständig aufgelistet ist, werden alle Orgelfreunde dankbar begrüssen. Nicht zuletzt aber überzeugt der fabelhafte Klang dieser Einspielung, die die enorme dynamische Bandbreite des Instruments von St. Agnes in voluminöser Pracht wiedergibt. Die Mikrofone wurden hierzu an einem bestimmten, optimal erscheinenden "Hörplatz" postiert und fangen dort den Klang so ein, wie ihn das Ohr eines Zuhörers erlebt: Ein im Grunde einfaches, im Detail jedoch durchaus aufwendiges Verfahren, das sicherlich von langer Hörerfahrung seines Erfinders profitiert. Ihre volle Klangschönheit entfaltet die Aufnahme aber nur auf Anlagen, die zumal im Bassbereich über genügend Kraftreserven verfügen, den satten Orgelklang auch entsprechend wiederzugeben."




CD-Besprechung wieder mit Höchstnoten in allen Kategorien

Orgeltanz

Künstlerische Qualität:
bewertung10
Klangqualität:
bewertung10
Gesamteindruck:
bewertung10
Klassik Heute
Empfehlung von Dr. Michael B. Weiß, 28.04.14

"In der Schauspielkunst nennt man es eine "Gegenbesetzung", wenn ein Mime eine Rolle spielt, die seinem Typ eigentlich ganz zuwiderläuft. Dieses aufregende Recital der Organistin Iris Rieg nimmt so eine Gegenbesetzung auf musikalische Weise vor: Sie stellt die Orgel als ein Instrument zum Tanz vor. Genau aus dem Umstand, dass die Orgel als ein traditionell genuin dienendes Kircheninstrument von seiner Funktionalität befreit wird, bezieht diese Album "Orgeltanz" seine mitreißende Spannung. Doch Rieg hat dieses französisch dominierte Programm nicht nur selbst konzipiert, aufwendig vorbereitet und äußerst sorgfältig konzipiert; tatsächlich glückt es ihr, die große Klais-Orgel der Trinitatiskirche zu Köln zum Zucken und zum Schweben zu bringen. Denn Iris Rieg agiert mit einer Energie, dass über den Kirchenraum und die naturgemäße Distanziertheit der Orgel hinweg, die Körperlichkeit dieser Musik fassbar wird. Im "Impromptu" aus Viernes Pièces de Fantaisie (3. Suite) sprudeln die Sechzehntelketten mit überlegener Geläufigkeit und das Pedal gibt lässige Impulse: Die Orgel hebt hier ähnlich schwerelos ab wie in den Spukgeschichten der Biblischen Tänze Petr Ebens oder den beiden virtuosen Skizzen Marcel Duprés op. 40, die einen unwiderstehlich gewitzten Eindruck hinterlassen, doch mit unzähligen technischen Fallstricken ausgelegt sind..Hier jedoch sind sie makellos gelungen.. Der zweite thematisch wirkende rot Faden dieses Programms ist die reizvolle Herausforderung, ein fast durchgehend französisches Repertoire auf das deutsche Instrument, die Kölner Klaisorgel von 1987, zu übertragen. Wie versiert, ja streckenweise ausgefuchst Iris Rieg hier vorgeht, beweisen etwa die einzige, bruchlose und in dieser formalen Konsequenz fesselnde Steigerungskurve in Duprés Cortège et Litanie op. 19/2, aber auch die präzise hingetupften Farben in Widors Andante aus der Symphonie Gothique. Diese eher beschaulichen Werke stiften in dieser spannungsvollen Kompilation wertvolle Ruhepunkte. Atemberaubend ist dagegen der Affektreichtum, mit dem Iris Rieg die von Duruflé aufgezeichnete Choralimprovisation Charles Tournemires über Victimae Paschali mit wahrlich improvisatorischer Freiheit und großer Geste förmlich in den Raum hineinwirft. Das Zentrum dieses Programms sind die Trois Danses des jung gefallenen Jean Alain (1911-1940), für den Iris Rieg besondere Sympathien hegt. Allein dieses Spitzenwerk, das eigentlich aus veritablen symphonischen Tänzen gebildet wird, lohnt das genaue und wiederholte Hören dieses "Orgeltanz"-Albums: Auch in den eher starren und nur allmählich gelockerten Bewegungen des ersten Tanzes "Joies" oder den hypnotischen Vergrabungen des langsamen zweiten Tanzes "Deuils" teilt sich die ansteckende Körperlichkeit dieser Musik - und nicht zuletzt des Spiels von Iris Rieg mit. Sie bringt das monumentale Kölner Instrument tatsächlich zum Tanzen: Angesichts solcher Dompteuse-Leistungen wird eine Empfehlung fällig."














CD-Besprechung

Orgeltanz

von Christoph Schlüren, nmz-online, 24.4.2014
http://www.nmz.de/online/orgeltanz-iris-riegs-vielseitiges-orgelrecital-mit-franzoesischem-schwerpunkt
"Fulminantes Album "Orgeltanz" - Iris Riegs vielseitiges Orgelrecital mit französischem Schwerpunkt

Ein in Konzeption und Ausführung fulminantes Album hat die Kölnerin Iris Rieg an der mächtigen Klaisorgel der Trinitatiskirche.. vorgelegt. Sie versteht es, alle Register sinnfälliger Phrasierung zu ziehen, ohne der Gefahr unvermittelbarer Temporückungen zu erliegen, obwohl sie keinen Registranten zur Seite hatte.. Der Kunst natürlichen, also atmenden und sanglichen Musizierens liegt bei der Orgel ein weit größerer unnatürlicher Aufwand an Differenzierungen des Anschlags zugrunde, als bei jedem anderen Instrument, soll es nicht mechanisch eintönig und unverständlich werden. Und dies gelingt hier vortrefflich.. Insbesondere im abschließenden Stück bringt sie die unmittelbar musikantische Seite dieser Musik mit groovender rhythmischer Verve zum Tragen.. Doch so, wie sie (Marcel Duprés Musik) hier verwirklicht wird, entfaltet sie teils mächtige architektonische Bögen und wirkt.. sehr beeindruckend.. Die beherrschte Lebendigkeit von Iris Rieg Spiel ist beispielhaft, und die akustische Abbildung der Klais-Orgel von körperhaft klarer Kontur, erstaunlich ausgewogen in der Abstimmung von deutlich zeichnender Nahaufnahme und raumakustischer Atmosphäre. Die Musikerin hat außerdem einen so erfrischenden wie informativ einführenden Booklet-Essay verfasst."





Orgelsommer-Konzert mit Iris Rieg

von Peter Busse, Potsdamer Neueste Nachrichten, erschienen am 7.8.2015 auf Seite 20

"Kontrastreiche, fantasievolle Registrierungen
Majestätisch aufrauschende, tröstliche und tänzerisch beschwingte Stücke zu einem spielerisch abwechslungsreichen und stilistisch reizvollen Programm zusammenzufügen, scheint der freischaffenden Kirchenmusikerin Iris Rieg aus Köln ein besonderes Anliegen zu sein. Für ihren Auftritt beim Orgelsommer am Mittwoch an der barockdisponierten Schuke- Orgel der Erlöserkirche hat sie davon auf die angenehmste Weise gekündet und den Farbenreichtum der Register fantasievoll ausgereizt.

..Brillant bewältigt sie den Parcours, sorgt für besinnliche Ruhepunkte, um wieder zügig, dann gravitätisch voranzuschreiten. Sie spielt kontrastbetont und fehlerfrei.. Sie verhilft dem Werk zu eindringlicher Wirkung. Ihre anschließend erklingende Komposition Fantasie über „Aus tiefer Not“ erweist sich als ein verspieltes Stück im Ragtime-Rhythmus, das nicht ohne Grund der orchestral empfundenen A-Dur Orgelsonate op. 65 Nr. 3 von Felix Mendelssohn-Bartholdy vorausgeht... Von den fantasievollen Registrierungskünsten der Organistin künden auch Werke aus französischer Komponistenfeder. Leicht und zart erklingt das Impromptu aus den „Pièces de Fantaisie“ op. 54 von Louis Vierne. Starker Einsatz des Tremulanten verhilft dem „Chant de paix“ von Jean Langlais zu wabernden Klängen, die wie Schäfchenwolken am blauen Klanghimmel vorüberschweben. Den wirkungsvollen Schluss- und Höhepunkt der Orgelstunde bildet der Choral Nr. 3 a-Moll von César Franck: zerklüftet, aufgeregt, dann singend tröstlich, unruhevoll, sich gewaltig steigernd."





echo-online.de, suedhessen,
Klaus Trapp, 27.7.2007

„Iris Rieg machte mit ihrer klug gesteigerten Interpretation von Max Regers d-moll Passacaglia deutlich, wie stark das Werk von Bachs c-moll Passacaglia beeinflusst ist...
Die gregorianische Ostersequenz von Tournemire wird zum Anlass für eine großartige Fantasie, Iris Rieg überzeugte durch die aparte und abwechslungsreiche Klangpalette, die sie gewählt hatte...Nach der brillanten „Skizze“ op. 41 von Dupré gab es kräftigen, anhaltenden Applaus.“





Heinsberger Volkszeitung, Sa. 17.6.2006

"Die junge Iris Rieg verkörperte äußerlich nicht gerade den Typ einer Kirchenmusikerin. Ihr künstlerischer Werdegang im In- und Ausland mit exzellenten Abschlüssen und Preisen offenbart das Ausnahmetalent.
Hier saß eine Künstlerin an der Orgel, der es nicht um Eitelkeiten ihres Könnens ging, sondern um eine intensive Auseinandersetzung namentlich mit der französischen Orgelmusik...
Iris Rieg hat es in ihrem Fach zu einer frühen Vollendung gebracht..
Iris Rieg blieb nichts und niemandem etwas schuldig und die Seiffert-Orgel paradierte. Von einer jungen Frau herausgefordert, schien sie besonders glänzend zu akkompagnieren.
Iris Rieg traf die Ausführenden mitten in Herz und Verstand.“





Rheinische Post, Düsseldorfer Feuilleton, Regine Müller, 7.1.2004

„Iris Rieg aus Köln... hochdekoriert mit Preisen und Stipendien, bestach vor allem durch Klarheit der Formulierung, untrügliches Stilempfinden und eine Unmittelbarkeit des Ausdrucks, die die unterschiedlichen Epochen miteinander zu verbinden wußte, ohne das Charakteristische einzuebnen. Bei Grignys vier Sätzen... legte sie die Strukturen durch das Dickicht der Verzierungswut hindurch frei...Kernstück des Abends war Regers „Symphonische Phantasie und Fuge „Inferno“... Rieg umschiffte sicher alle Nebelbänke der Komposition, klärte und sondierte den Kraftakt, ohne ihm seine Wucht zu nehmen...“





Heidenheimer Neue Presse, Pauluskirche Heidenheim,
August 1995

„Die junge Studentin der Musikhochschule Stuttgart bot mit Regers Choralphantasie „Wachet auf“ etwas ganz besonders Herrliches... Glänzend gelang der jungen Organistin die geradezu unglaubliche Schlussfuge... Nach diesem enorm intensiven Reger war es nicht mehr möglich, Weiteres aufzunehmen...“